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events by step

Veranstaltung 

GINA SCHWARZ UNIT
Titel:
GINA SCHWARZ UNIT "Woodclock"
Wann:
07.04.2017 20.30 h
Kategorie:
music by step

Detail-Info

GINA SCHWARZ UNIT "Woodclock" (A/URY)
 
Gina Schwarz
- bass, composition
Diego Pinera - drums  
Fabian Rucker - saxophone, bass clarinet
Benjamin Schatz - piano, keyboards
Heimo Trixner - guitar
 
Eines kann man nach dem Durchhören von „Woodclock“ definitiv sagen: Gina Schwarz macht ihrem Ruf, eine der herausragenden Vertreterinnen ihres Fachs zu sein, einmal mehr alle Ehre. Denn das, was die Bassistin, Komponistin und Bandleaderin und ihre Combo in den insgesamt acht Nummern des Albums musikalisch abliefern, kann man getrost als ganz großes Kino bezeichnen. Auf „Woodclock“ stimmt vom ersten bis zum letzten Ton einfach alles. Jede Idee, jede Melodieführung, jeder gesetzte Akzent, jeder auch noch so abrupte Wechsel oder wohlüberlegte Übergang in Stimmung oder Intensität, die innovative Soundarbeit, das Zusammenspiel der Akteure und, und, und. Die einzelnen Elemente fügen sich einfach perfekt zusammen und bilden in Summe ein richtig schön packendes Hörerlebnis moderner jazziger Note heraus.
Irgendwelchen Einschränkungen in ihrem Tun – besonders hinsichtlich der stilistischen Ausrichtung der Musik, die sich als Sammelsurium aus den unterschiedlichsten Genres offenbart – unterwirft sich die Formation von Gina Schwarz erwartungsgemäß nicht eine Sekunde lang.
Daher tut sich in den Nummern des Quintetts viel, sogar unerhört viel. Und dennoch, das Geschehen wirkt in keiner Weise irgendwie zerfahren, es folgt einem erzählerischen roten Faden und verliert sich nie im Unüberschaubaren oder überbordend Kopflastigen. „Woodclock“ fließt richtiggehend, von fast schon rockigen Momenten über reduzierte und filigrane wie auch ordentlich noch vorne groovende Passagen bis hin zu waghalsigen experimentellen und freien Ausbrüchen und zurück. Hin und wieder treten auch ein wenig Funk und Swing hervor, was den ohnehin schon abwechslungsreichen Gesamtsound noch vielfältiger und lebendiger erscheinen lässt.
Mit „Woodclock“ setzen Gina Schwarz und ihre Truppe ganz eigene Maßstäbe. Die Bassistin setzt mit diesem neuen Album ein erneut mehr als nur dickes Ausrufezeichen, eines, das in der Szene und darüber hinaus auf keinen Fall unbemerkt bleiben wird. Jazz at it‘s best, modern, spannungsgeladen mitreißend und außergewöhnlich.
Insgesamt ein erfrischendes und hörenswertes Follow-Up zu ihrem letzten Werk "Jazzista".
mica austria
 
Konzert-Nachbesprechung (Porgy & Bess Website)
Schwarz hören – listen Black
Gleich auf den ersten Schlag, stark besaitet. Bass und Schlagzeug umspielten einen glühenden tonalen Kern. Mit ausnehmender Wendigkeit und Elastizität, gepaart mit melodischer und rhythmischer Raffinesse in einer ad lib-Zeitlichkeit. Hier war der Anstoß gegeben für die kommende ereignishafte Klangrede. Dieses unmittelbare Verständnis zwischen der zu den im heutigen Jazz-Biotop herausragendsten Nachkommenschafts-Koryphäen am Kontrabass zählenden Gina Schwarz und dem „Vom anderen Stern“- Schlagzeuger Jim Black war umwerfend, ließ nichts anbrennen und schon gar nicht locker. Folglich zentrierte sich dieser Energieschub zu einem offensiven, kochenden Groove, Jazzduktus meets Rockappeal, dem sich die drei restlichen Musiker frischen Mutes anschlossen und unumwunden bedacht waren dessen Wucht mit harmonischen Kleinoden weiter auszufüttern. Nachdem bei diesem Eröffnungsstück der Stimmperformer Balscetta, der in seiner Sangeskunst ein Konzentrat aus Charismatikern wie Beefheart, Morrison und Waits für sich verwandelte, eingestiegen war vollzog sich eine vertrackt eigenwillige Umdeutung deren Musik. Diese rhythmisch intensive, brodelnde Vielschichtigkeit mit den melodisch leuchtenden Ornamentierungen war der prägenden Impulsgeber sämtlicher Musik dieses Abends. Fortwährend zündeten Schwarz und Black die nächste Stufe, hieß, Schwarz durchmaß mit Bravour und Eleganz, auf den Herzschlag der Musik konzentriert, mit voluminösem Ton den Tonumfang ihres Instrumentes und in Blacks Händen schienen die Rhythmen wie Plastelin zu sein. Er formte, knetete, dehnte, zerriss, verknüpfte diese nach Belieben, eingetaucht in eine üppige perkussive Farbpalette. Außerdem spielten beide mit bestechendem Timing, welches auch gelegentlich lustvoll ausgehebelt wurde. Solistisch eine Hauptrolle bestritt der famose Holzbläser Rucker, der souverän mit Klangverschleifungen, Multiphonics, Changes in seinen brennenden, teils vor Intensität berstenden Soli verfuhr. Er hat die Tradition des afro-amerikanischen Tenorsaxophonspieles überzeugendst adaptiert, inklusive einer „Schleifpapier Ton“-Schattierung eines Shepp. Als zurückhaltender, überraschende Farbtupfer setzender Mitgestalter bewies sich Szeneurgestein Trixner, der bei dem einen oder anderen Solo seine reiche Musikalität in die Waagschale warf. Er wie Rucker trieben ihre Exkurse formgebend auch in freitonale Randbereiche. Derart aufregend klang die Gina Schwarz Unit, ein über jedwede stilistische Einzäunungen erhabenes, organisch voranschreitendes Kollektiv, in dem nicht alleine die Fähigkeit des Improvisierens von Bedeutung ist, sondern ebenso die vielgestaltigen, kompositorischen Entwürfe von Schwarz eine entscheidende dramaturgische Rolle einnehmen. Eines der kreativkräftigsten, besten heimischen Jazzensembles – schwarzes Gold.
https://www.youtube.com/watch?v=vOsUWe0VyoE
Hannes Schweiger
 



 

Eintritt:

€ 20,-  / 15.- / 12.-
EW / MG / J&Std.
 

Veranstalter:

kulturzentrum ZOOM